Funktionsweise

Die Dampfzigarette ist ein einfach aufgebautes elektrothermisches Gerät. Sie wandelt elektrische Energie aus einer Batterie in Wärme um, die eine Flüssigkeit verdampft. Was technisch passiert, in einzelnen Schritten.

Die drei Grundkomponenten

  1. Akku: liefert die elektrische Energie. Meist ein Lithium-Ionen-Akku, entweder fest verbaut oder als wechselbare 18650-, 20700- oder 21700-Zelle. Spannung typisch 3,2 bis 4,2 V pro Zelle.
  2. Verdampferkopf (Coil/Atomizer): enthält einen Heizdraht, meist mit einem Watteträger umwickelt, der das Liquid an den Draht heranführt.
  3. Tank oder Pod: Reservoir für das Liquid, das durch Kapillarwirkung an den Watteträger geführt wird.

Hinzu kommen Mundstück (Drip-Tip), Luftkanäle (Airflow) und bei regulierten Geräten ein Chipsatz mit Display und Schutzschaltungen.

Was beim Auslösen passiert

  1. Der Anwender betätigt den Feuertaster oder zieht am Mundstück (bei zugbetriebenen Geräten).
  2. Der Akku schickt Strom durch den Heizdraht. Der Widerstand des Drahts wandelt elektrische Energie in Wärme um (Joulesche Wärme: P = U² / R).
  3. Der Draht erreicht eine Temperatur von typischerweise 200 bis 300 °C.
  4. Das umliegende Liquid auf der Watte verdampft — es wechselt vom flüssigen in den gasförmigen Zustand. Bei Abkühlung in der Atemluft kondensiert es zu mikroskopisch kleinen Tröpfchen, was als Dampf sichtbar ist (eigentlich ein Aerosol).
  5. Der Anwender atmet das Aerosol ein.

Aerosol vs. Rauch — warum das technisch nicht dasselbe ist

Rauch entsteht durch Verbrennung: organisches Material reagiert unter Sauerstoffzufuhr und bildet dabei Hunderte von Verbrennungsprodukten, darunter Kohlenmonoxid, Teer, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Feinstäube. Tabakrauch enthält über 7000 chemische Verbindungen.

Aerosol aus einer Dampfzigarette entsteht durch Verdampfung: ein Stoff wechselt seinen Aggregatzustand, ohne chemisch zu reagieren. Das Hauptprodukt sind Tropfen aus Propylenglykol, Glycerin, Wasser, ggf. Aromen und Nikotin. Bei Pyrolyseproblemen (zu hohe Temperatur, ausgetrocknete Coil — sogenannter Dry Hit) können jedoch sehr wohl Verbrennungsprodukte wie Formaldehyd entstehen. Die richtige Temperatur ist also nicht trivial.

Watt-Leistung und Energie

Die abgegebene Leistung in Watt bestimmt die Verdampfungsmenge:

AnwendungTypische LeistungInhalation
Pod / MTL10 – 20 WMouth-to-Lung (zurückhaltend)
Sub-Ohm Tank / DL40 – 80 WDirect-Lung (offen, viel Dampf)
Cloud Chasing100 W und mehrmaximale Dampfmenge

Geregelte Geräte (Mods) erlauben dem Anwender, die Leistung in 0,1-W-Schritten einzustellen. Ungeregelte Geräte (Mech-Mods) geben die volle Akku-Spannung direkt auf den Coil — das ist nur für erfahrene Nutzer mit fundiertem Wissen über Akku-Sicherheit empfehlenswert.

Airflow — warum die Luftmenge zentral ist

Die Luftzufuhr durch das Gerät bestimmt drei Dinge gleichzeitig: die Kühlung des Aerosols, die Geschwindigkeit der Inhalation und das Mischungsverhältnis zwischen Aerosol und Atemluft. Enge Airflow-Einstellungen (MTL) erinnern an das Ziehen an einer Tabakzigarette. Weite Airflow (DL) erlaubt direktes Einatmen wie bei einer Shisha. Beide Inhalationsformen sind technisch unterschiedlich und verlangen unterschiedliche Liquid-Zusammensetzungen.

Sicherheitsschaltungen

Moderne Geräte enthalten Schutzfunktionen, die bei Mech-Mods fehlen:

Häufige Fragen

Verbrennt in der Dampfzigarette etwas?

Nein, unter normalen Bedingungen findet keine Verbrennung statt — das Liquid wird nur verdampft. Bei einem sogenannten Dry Hit (Coil ohne Liquid bei voller Heizleistung) kann jedoch die Watte angesengt werden, und dabei können Verbrennungsprodukte entstehen.

Wie heiß wird die Coil?

Typischerweise 200 bis 300 °C an der Oberfläche. Temperaturregelung (TC) kann den Wert auf einen vom Anwender eingestellten Maximalwert (z. B. 220 °C) begrenzen, um Dry Hits zu vermeiden.