Liquids

Ein Liquid besteht aus vier oder fünf Hauptkomponenten in stark variierenden Verhältnissen. Was drin ist und welche Rolle die einzelnen Bestandteile spielen.

Die Basis: PG und VG

Den Hauptanteil eines Liquids bilden zwei Trägerstoffe:

Das Verhältnis zwischen PG und VG bestimmt den Charakter des Liquids erheblich:

VerhältnisEigenschaftTypische Anwendung
50/50ausgewogenMTL, Pod-Systeme
60/40 oder 70/30 (VG/PG)mehr Dampf, weicherSub-Ohm, DL
Max VG (80/20 oder 100/0)maximale Dampfwolke, wenig AromaCloud Chasing, RDA

Nikotin

Nikotin ist optional. In Deutschland ist die Nikotinstärke nach Tabakerzeugnisgesetz auf maximal 20 mg/ml begrenzt. Übliche Stufen:

Freebase-Nikotin vs. Nikotinsalz

Es gibt zwei chemische Formen, in denen Nikotin in Liquids vorkommt:

Freebase-Nikotin ist die klassische Form — reines Nikotin in alkalischer Form. Bei höheren Konzentrationen wird der Throat Hit unangenehm scharf, weshalb Freebase-Liquids typischerweise nicht über 12 mg/ml dosiert werden.

Nikotinsalze entstehen durch Zusatz einer organischen Säure (meist Benzoesäure oder Levulinsäure), die das Nikotin in eine Salzform überführt. Folge: der pH-Wert wird neutraler, hohe Dosierungen (10-20 mg/ml) werden besser vertragen, das Nikotin wird schneller im Blut aufgenommen. Nikotinsalze sind die typische Wahl für Pod-Systeme und Disposables.

Aromen

Aromen machen typischerweise 2 bis 15 % des Liquids aus. Sie sind in der Regel lebensmittelqualifiziert (Verordnung (EG) Nr. 1334/2008). Allerdings sind viele Aromen für die orale, nicht für die inhalative Aufnahme geprüft worden — eine wichtige Unschärfe in der gesundheitlichen Bewertung.

Typische Aromakategorien: Tabak (verschiedene Tabaksorten nachempfunden), Frucht, Menthol, Dessert/Bäckerei, Getränke. In Deutschland sind ab Oktober 2025 nach einer EU-Richtlinie nikotinhaltige Aromen außer Tabak und Menthol in Einweg-Liquids eingeschränkt — der genaue Geltungsbereich hängt von der nationalen Umsetzung ab.

Shake-and-Vape und Nikotin-Shots

Wegen der 10-ml-Behältergröße für nikotinhaltige Liquids hat sich der Markt mit nikotinfreien Basisliquids in größeren Behältern (50, 60, 100 ml) beholfen, denen ein Nikotin-Shot beigemischt wird. Ein typischer Shot ist 10 ml mit 20 mg/ml Nikotin und wird in einen 50-ml-Basisliquid eingegossen, was rund 3,3 mg/ml Endkonzentration ergibt. Diese Praxis bewegt sich rechtlich an der Grenze des TabakerzG.

Was nicht in Liquids gehört

Bestimmte Stoffe sind in regulären Liquids verboten oder problematisch:

Häufige Fragen

Was bedeutet 70/30 bei einem Liquid?

Es handelt sich um das Verhältnis VG zu PG — 70 % Vegetable Glycerin und 30 % Propylenglykol. Das ist ein typisches Mischungsverhältnis für Sub-Ohm-Dampfen mit kräftiger Dampfentwicklung.

Wie unterscheidet sich Nikotinsalz von Freebase-Nikotin?

Chemisch durch das Hinzufügen einer organischen Säure (z. B. Benzoesäure). Das senkt den pH-Wert, macht hohe Nikotin-Dosierungen verträglicher und beschleunigt die Aufnahme. Praktisch erkennbar an der Bezeichnung "Nic Salt" oder "NS" auf der Packung.